Sie sind schwanger und wissen nicht, ob Sie selbst für Ihr Kind sorgen können...

In dieser schwierigen Situation stehen wir Ihnen kurzfristig telefonisch oder persönlich zu einem vertraulichen Gespräch zur Verfügung.Wir bieten Ihnen aber auch die Möglichkeit der anonymen Beratung unter https://www.evangelische-beratung.info/evap an.

 

Sie sind unsicher, ob Sie selbst für Ihr Kind sorgen können?

Es gibt viele Gründe, die dazu führen können, dass eine Frau/ein Paar nicht sicher ist, ob sie/es das Kind, das sie/es erwartet, selbst versorgen und erziehen kann...

  • weil die Schwangerschaft nicht geplant war und Sie nicht wissen, wie Sie in Ihrer gegenwärtigen Situation ein Kind versorgen können, 
  • weil es zu spät für einen Abbruch der Schwangerschaft ist oder ein Abbruch für Sie nicht in Frage kommt, 
  • weil Sie sich zu jung fühlen, um Mutter/Eltern zu werden, 
  • weil Sie sich noch in der Ausbildung befinden, 
  • weil Sie keine Unterstützung vom Vater des Kindes haben, 
  • weil ...

Wie wir Ihnen weiterhelfen können:

Wir beraten Sie über Adoption und über Alternativen zur Adoptionsvermittlung z. B. über die unterschiedlichen Möglichkeiten, Ihr Kind in Pflege zu geben.

 

Unsere Beratung ist ergebnisoffen!

Wenn Sie sich für ein Leben mit Ihrem Kind entscheiden, vermitteln wir Ihnen auf Wunsch Stellen, die Sie dann weiter unterstützen können.

Wenn Sie entscheiden, dass Ihr Kind in einer Adoptivfamilie aufwachsen soll,

  • informieren wir Sie über den Ablauf einer Adoptionsvermittlung, 
  • stellen wir Ihnen Adoptiveltern vor, die Ihr Kind annehmen könnten,
  • können Sie die Adoptiveltern persönlich kennen lernen, 
  • begleiten wir Sie auf Ihren Wunsch ins Krankenhaus und regeln dort alles Nötige für Sie, 
  • stehen wir Ihnen auch nach der Vermittlung weiter zur Beratung zur Verfügung, 
  • bleiben wir bei Kontakten mit der aufnehmenden Familie Ihre Ansprechpartnerinnen, 
  • können Sie sich darauf verlassen, dass wir die Adoptivfamilie Ihres Kindes weiter begleiten.

 

Ablauf einer Adoptionsvermittlung

Wenn Sie sich dazu entscheiden, dass Ihr Kind in einer Adoptivfamilie aufwachsen soll, besprechen wir mit Ihnen, welche Adoptiveltern Sie sich für Ihr Kind wünschen. 

Dabei fließen gegebenenfalls auch die vorliegenden Untersuchungsergebnisse in Bezug auf zu erwartende Erkrankungen oder Behinderungen des Kindes und seine besonderen Bedürfnisse mit ein.

Adoptionsformen:

  • offene Adoption: das bedeutet, es gibt ein persönliches Kennenlernen der zukünftigen Adoptiveltern vor der Geburt des Kindes. Der persönliche Kontakt kann auch nach der Vermittlung des Kindes bestehen bleiben ohne das Inkognito der Adoptiveltern zu wahren.
  • teiloffene Adoption: es werden persönliche oder briefliche Kontakte unter Wahrung des Inkognitos der Adoptiveltern gehalten. Die Kontakte werden durch die Adoptionsvermittlungsstelle begleitet.
  • Inkognito-Adoption: bei dieser Adoptionsform kennen die annehmenden Eltern die Identität der leiblichen Eltern, da dies aufgrund der zur Adoption erforderlichen Geburtsurkunde des Kindes nicht anders machbar ist. Die leiblichen Eltern kennen den Nachnamen der Adoptiveltern und deren Wohnort nicht. Es bestehen keinerlei Kontakte zwischen Adoptiveltern und leiblichen Eltern.

Grundsätzlich gilt, dass sich Offenheit zwischen abgebenden und annehmenden Eltern nicht „verordnen“ lässt. Sie kann wachsen, wenn gegenseitige Akzeptanz besteht. Die Adoptionsvermittlungsstelle fördert die gegenseitige Akzeptanz und ermutigt, zu eigenen Wünschen und Grenzen zu stehen.

Den Bedürfnissen des Kindes und Ihren Wünschen als leibliche Mutter/ Eltern entsprechend werden von uns Adoptionsbewerber ausgesucht und auf das Kind vorbereitet. Handelt es sich um ein voraussichtlich schwer krankes oder behindertes Kind, können nicht immer Adoptiveltern gefunden werden, die sich die Aufnahme des Kindes zutrauen. Häufig werden dann Pflegeeltern (Pflege) gesucht, denen Beratung und bei Bedarf weitere Hilfen zur Verfügung gestellt werden. In diesem Fall tragen Sie als leibliche Eltern, anders als bei der Adoption, weiterhin Mitverantwortung für das Kind.

Für die Adoptionsvermittlung benötigen wir von Ihnen einige Unterlagen z. B. Abstammungsurkunde, ggf. Heiratsurkunde etc., aber wir bitten Sie auch um persönliche Informationen und Fotos für Ihr Kind, damit es sich später eine Vorstellung von seinen leiblichen Eltern machen kann.

Praktisch unterstützen wir Sie auf Ihren Wunsch wie folgt:

  • Wir informieren das Krankenhaus über die geplante Adoptionsvermittlung und treffen die nötigen Absprachen z. B. darüber, ob Sie Ihr Kind nach der Entbindung sehen möchten oder ob Sie auf eine andere Station verlegt werden möchten, als Ihr Kind.
  • Das Krankenhaus informiert uns über die Entbindung. Wir sind auch am Wochenende und außerhalb der üblichen Bürozeiten zu erreichen.
  • Wir begleiten Sie bis zur Entbindung in der von Ihnen gewünschten Intensität. Wenn Sie es wünschen, begleiten wir Sie zu den Terminen im Krankenhaus und stehen Ihnen auch als Beistand bei der Entbindung zur Verfügung, falls Sie auf keine andere Person in Ihrem Verwandten- oder Bekanntenkreis zurückgreifen können oder wollen.
  • Nach der Entbindung führen wir ein Gespräch mit Ihnen, um zu klären, ob Sie bei Ihrer Entscheidung bleiben wollen und die Adoptiveltern benachrichtigt werden und ob sie Ihr Kind schon im Krankenhaus versorgen sollen. Die zukünftigen Adoptiveltern werden von uns in der Klinik in Empfang genommen.

Weiterer Ablauf:

  • Die Anmeldung beim Standesamt wird von uns in Absprache mit dem Krankenhaus vorgenommen. Als leibliche Mutter/leibliche Eltern können Sie selbst den Namen Ihres Kindes aussuchen oder entscheiden, dass die Adoptiveltern den Namen des Kindes aussuchen sollen oder aber, dass Sie und die Adoptiveltern jeweils einen Namen für das Kind auswählen.
  • Die zukünftigen Adoptiveltern versorgen mit Ihrer Zustimmung das Kind im Krankenhaus und nehmen es mit nach Hause, sobald die letzten erforderlichen Untersuchungen im Krankenhaus abgeschlossen sind.
  • Da Sie als leibliche Mutter/leibliche Eltern bis zur notariellen Einwilligungserklärung sorgeberechtigt sind, müssen schwerwiegende Entscheidungen in Bezug auf Ihr Kind von Ihnen getroffen werden (z. B. Einwilligungen in Operationen), auch wenn das Kind bereits bei den zukünftigen Adoptiveltern lebt.

Rechtsverbindlich können Sie frühestens acht Wochen nach der Geburt vor einem Notar in die Adoption einwilligen. Wenn der leibliche Vater des Kindes bekannt ist, muss er ebenfalls seine Einwilligung in die Adoption erklären.

Bis zu dieser Einwilligung können Sie Ihre Entscheidung jederzeit zurücknehmen. Die Adoptiveltern müssen das Kind dann wieder in Ihre Obhut geben.

Praktisch unterstützen wir Sie wie folgt:

Wir bereiten den Notartermin für Sie vor und begleiten Sie zum Notar, wenn Sie es wünschen. Die notarielle Urkunde wird von uns beim zuständigen Familiengericht eingereicht und damit rechtswirksam. Für das Kind wird eine Vormundschaft eingerichtet. Damit endet Ihre Verantwortung für das Kind in rechtlicher Hinsicht.

Nach der Adoptionsvermittlung:

Die Adoptivfamilie wird kontinuierlich von uns begleitet und zu Hause besucht, bis eine Aussage über die Eltern-Kind-Bindung getroffen werden kann.

  • Die zukünftigen Adoptiveltern stellen einen notariellen Annahmeantrag bei Gericht.
  • Als verantwortliche Adoptionsvermittlungsstelle verfassen wir eine fachliche Äußerung, die wir mit den erforderlichen Unterlagen dem zuständigen Gericht einreichen.
  • Auf dieser Grundlage fasst das Gericht seinen Adoptionsbeschluss und Ihr Kind wird das Adoptivkind seiner Adoptiveltern und ist damit rechtlich in jeder Hinsicht leiblichen Kindern gleichgestellt.
  • Die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Ihnen und Ihrem Kind sind dem Gesetz nach damit erloschen und in juristischer Hinsicht gibt es zwischen Ihnen und dem Kind keinerlei gegenseitige Ansprüche oder Verpflichtungen mehr.
  • Sie bleiben aber die leiblichen Eltern des Kindes, und darüber wird es von seinen Adoptiveltern altersentsprechend aufgeklärt.